Der heilige Antonius

Der Schlamper Toni und der Sau Toni
Zwei Namenskollegen aus verschiedenen Jahrhunderten

Das Antonifest am 13. Juni hat einen festen Platz im Kalender. Ganz besonders bei den Partenkirchnern, da Antonius Schutzpatron ihr Schutzpatron ist. Nicht zu übersehen kann man die schmucke Kapelle oberhalb von Partenkirchen, die dem Heiligen zu Ehren im 18. Jahrhundert gebaut wurde. Ursprünglich aus Dankbarkeit, da der Ort von größeren Kriegswirren verschont blieb. Mit den Jahren wurde die Kapelle erweitert und zeigt sich heute mit einem fantastischen Kuppelfresko des Malers Johann Evangelist Holzer. Selbstverständlich hat Holzer den heiligen Antonius im Bild verewigt. Dargestellt, wie meistens zu sehen, mit einer weißen Lilie. Sehr häufig hat er Jesus Christus auf dem Arm, so kennen und lieben wir ihn. Geboren wurde Antonius in Lissabon in Portugal, seine Gebeine ruhen in Padua in Italien. Unabhängig davon wird er in vielen Ländern der Erde verehrt, da er ein volksnaher Mensch war, der sein Leben in den Dienst der Menschheit stellte. Berühmt waren seine Predigten, die großen Zulauf hatten. Als einmal kein Publikum zugegen war, sollen die Fische ihm gelauscht haben, so begnadet waren seine Redekünste.

Die Kirche St. Anton als Wahrzeichen und der Heilige Antoni in Partenkirchen am Wank.

Antonius gehörte zum Franziskaner Orden und trug die braune Kutte dieser Glaubensgemeinschaft. Erstaunlich, dass einem Mönch, der im Mittelalter gelebt heute noch so große Verehrung zu Teil wird. Liebevoll wird er in Bayern auch der Schlamper Toni genannt, da man ihn anruft, wenn man etwas verlegt oder verloren hat. War die Bitte erfolgreich, so ist es für die Partenkirchner selbstverständlich zur Kapelle zu gehen und ein Gebet zu sprechen oder einen kleinen Obulus zu entrichten. Vom Ortsteil Partenkirchen führt ein schöner Kreuzweg ab Antoni Brunnen hinauf nach St. Anton. Der Kreuzgang der Kapelle ist über und über mit kleinen, kunstvoll verzierten Tafeln geschmückt. Sie geben Zeugnis über gefallene oder vermisste Männer der beiden Weltkriege.

Und es gibt noch einen weiteren Antonius. Auf ihn lassen sich erste Mönchsgemeinschaften zurückführen, weshalb er auch als Vater der Mönche gilt. Er lebte im 3. Jahrhundert und ist als Der Große oder als Sau Toni bekannt. Er war Patron der Hirten, Weber, Fleischhacker, Zuckerbäcker und Totengräber. Haustiere, insbesondere Schweine, standen unter seinem Schutz. So ist es nicht verwunderlich, dass er mit einem Schwein und einer Glocke dargestellt wird. Als Antonius der Große nach seinem Tod im gesegneten Alter von 105 Jahren den Himmel betreten wollte, erhielt er von der Jungfrau Maria die Erlaubnis sein Schwein mitzunehmen, welches ihn begleitete.

„Willkommen! Gehet ein in Frieden! Es kommt so manches Schaf herein, warum nicht auch ein braves Schwein? Da grunzte das Schwein, die Englein sangen, so sind sie beide hineingegangen.“
(Wilhelm Busch)

Auch Sammlern öffnet Antonius das Herz. Eine Dame hat dem St. Anna Kloster in München einen ideell wertvollen Schatz von Bildern übergeben, auf denen ausschließlich der Heilige Antonius von Padua und sein Namenskollege, der Sau Toni, zu sehen sind. 30 Jahre lang hat sie weltweit Abbildungen von Antonius gesammelt.

Anton war und ist seit jeher ein beliebter Name, besonders in Bayern. Über Generationen wird der Name weitergegeben. Anton, Toni, Donerl, da Doni – egal wie die Herren gerufen werden, stolz sind sie allemal einen so schönen, geschichtsträchtigen Namen tragen zu dürfen.

Und für den Lostag am 13. Juni gilt bei den Bauern noch heute:
„Wenn St. Anton gut Wetter lacht, St. Peter (29.06.) viel in Wasser macht.“