Unter Schlitten versteht man ein mit Kufen ausgestattetes Fahrzeug. Man kann es an Land für den Transport von Personen, Lasten oder als Sportgerät verwenden.
Wenn man ein bisserl recherchiert findet man mehr als 30 verschiedene Schlittenarten.
Lenkschlitten, Hundeschlitten, Ziehschlitten, Bob, Hornschlitten, Pferdeschlitten um nur einige zu nennen.

An erster Stelle ist natürlich in Bayern der Zipfelbob zu nennen. Sie haben richtig gelesen, aber so sagt man bei uns in den Bergen. Im Original heißt er Mini Bob.
Man erzählt, dass ein Unternehmer Kinder beobachtet hat, wie sie auf umgedrehten Kohleschaufeln kleine Hügel hinunter gefahren sind. Kunststoff statt Aluminium, Stil handlich verkürzt und der Zipfelbob war geboren. Und wer jetzt denkt dies sei nur ein Spielgerät für Kinder hat weit gefehlt.
Auch Erwachsene haben jede Menge Spaß damit. Es gibt sogar Rennen. Und auch auf Deutschlands längster
Naturschnee Abfahrt im Dammkar bei Mittenwald treffen sich die Zipflbobfahrer.

Als Arbeitsgerät in den Bergen bestens bekannt war der Hornschlitten.
Man verwandte ihn im Winter dazu Heu von höher gelegenen Wiesstädeln ins Tal zu transportieren.
Für’s Holz gab es wieder ein anderes Gefährt, den sogenannten Schloapf.
Dieser hatte eine spezielle Bremse um die schweren Lasten in eigenen Trassen durch den Wald nach unten zu transportieren. Nicht selten kam es dabei zu schweren Unfällen.

Heutzutage wird der Hornschlitten noch für Gaudi Rennen verwendet.
Am Drei Königs Tag beim Hornschlitten Rennen in Garmisch – Partenkirchen. In den siebziger Jahren aus einer Stammtisch Idee geboren ist bis zum heutigen Tag kein einziges Rennen ausgefallen.
Teilnehmen kann jeder, der genug Schneid hat sich im Vierer Team auf die waghalsige Strecke zu begeben.

Manche denken bei Schlitten an Ihre Majestät König Ludwig II. von Bayern. Als menschenscheuer Monarch lies er sich oft nachts im Prunkschlitten mit Laternen und Glöckchen durch die verschneite Winterlandschaft kutschieren.

Etwas moderner und ein Klassiker ist der Kufenschlitten oder auch Davoser oder Aroser genannt.
Bevor man motorisiert war diente er u.a. dazu die Kurgäste und ihr Gepäck vom Bahnhof abzuholen.
Heute ein Sport und Spaß Gerät. Perfekt für Familien oder rasante Abfahrten zu zweit.

Doch seien Sie vorsichtig, wenn jemanden mit Ihnen „Schlitten fährt“. Das heißt nämlich jemanden heftig zurechtweisen; mit ihm in aller Härte verfahren oder rücksichtslos behandeln.

Und passen Sie auf nicht unter den Schlitten zu kommen:
denn Sie könnten in elende Verhältnisse geraten, herunterkommen, in schlechte Gesellschaft geraten und eventuell den sittlichen Halt verlieren. Die Redensart kann aber auch nur bedeuten: ins Hintertreffen geraten, in Nachteil versetzt werden.

Anfang des 19. Jahrhunderts bekannt geworden und dann rasch verbreitet hat Schlitten fahren bis heute nichts von seiner Popularität eingebüßt.
Aus unseren Kindheitserinnerungen kaum wegzudenken haben wir im Erwachsenen Alter neue Wege entdeckt diesem spannenden Vergnügen nachzugehen.
Schlitten fahren auf Naturrodelbahnen, mit oder ohne Einkehr, im Dunkeln bei Vollmond unterm Sternenhimmel, auf ausgewiesenen Rodelbahnen oder einfach auf dem Idiotenhügel hinterm Haus.
Gute Fahrt!